• Litas Buch


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Es klang total verrückt, aber es war eine Möglichkeit die Zeit im Auto totzuschlagen. Wir hatten Stunden davon, und daher konnten wir einfach albernen Nonsens von uns geben, was nicht möglich wäre, wenn andere Leute mit im Auto gewesen wären. Es war eine grundweg angenehme Umgebung. Wir waren so relaxed wie wir es nur sein konnten, was oft eine ziemliche Erleichterung gewesen ist, nachdem wir den ganzen Tag Backstage waren. Es war nett einfach in der Lage zu sein meine Schuhe auszu- ziehen, meine Füße auf das Armaturenbrett zu legen und zu entspannen.

Wenn man die fundamentalen Charaktereigenschaften von Matt und Jeff betrachtet, bin ich genau in der Mitte. Matt ist logisch und vernünftig und hat seine Gefühle total unter Kontrolle.

Jeff, ist natürlich das genaue Gegenteil, ein Freigeist im höchsten Maße. Ich liebe Jeff so sehr, er ist wie ein Bruder für mich. Bis ich Matt und Jeff kennen lernte war ich immer die jüngste Person in meinen Freundeskreisen. Ich war immer das Baby - ich umgab mich mit älteren Leuten, ich ging mit älteren Typen aus.

Als ich Jeff kennenlernte war er 21 Jahre alt, aber er kam mir viel jünger vor. Als ich ihn besser kennenlernte stellte ich fest, dass wir uns sehr ähnlich waren. Matt war eher wie ein Lehrer, jemand dem ich imponieren wollte. Aber Jeff war total reizend und völlig abgeklärt. Er zeigte keine Anzeichen von Stress. Hinzu kommt, dass er stets sein eigenes Ding durchzieht, etwas, das ich in meinem Leben immer schon versucht habe.

Vom ersten Tag an, als ich mit den Jungs im Wald trainierte, war Jeff immer eine riesige Inspiration für mich. Er ermutigte mich, keine Angst zu haben, neue Moves auszuprobieren. Ich bekomme nicht so schnell Angst, aber ich war in einer fremden Umgebung. Ich war nicht als Freund in ihren Ring im Wald eingeladen, sondern als ein Wrestler-Kollege. Dies war ihr Revier; ich hatte etwas Angst nach ihren Regeln spielen zu müssen. Es war nichts von dem, was Jeff sagte. Er war einfach natürlich unterstützend. Wir sprachen über Standing Frankensteiners auf die Schultern eines anderen. Ich war der Meinung, ich könnte nicht so hoch springen: "Es erscheint mir so hoch." "Nein Mann," sagte Jeff. "Ich denke Du kannst das." "Kann ich es an Dir versuchen?" "Sure, es macht mir nichts aus." Ich sprang so hoch, dass mein Bein ihn im Gesicht traf und seine Lippe aufplatzte. "Siehst Du," sagte er. "Es war leicht." "Gott, Jeff. Ich hab Dein Gesicht verletzt! Es tut mir leid!" "Das ist kein Problem."

Er war einfach so lässig. Einige Leute hätten wahrscheinlich gesagt: "Sei vorsichtig, Du könntest beim Versuch abzuspringen auf Deinem Kopf landen." Aber jedes Mal wenn ich Jeff fragte: "Meinst Du ich könnte das machen?" war seine Antwort immer die gleiche: "Ich wüsste nicht warum nicht."

Ich habe immer Jeff's Unschuldigkeit geliebt, seine Art sich über das, was andere Leute denken, keine Sorgen zu machen. Er hat keine Angst davor, blöd auszusehen. Er ist wunderbar ungehemmt und fühlt sich in seiner Haut wohl. Er ist wer er ist und es ist ihm egal, was die anderen denken. Ich war mit mir immer zufrieden, aber Jeff ist das Non-Plus-Ultra. Wenn ich in seiner Nähe bin fühle ich mich noch freier und kreativer, als ich es eh schon tue.

Jeff war ein Alternative-Kind, wenn es um Cameron, N.C. geht, doch ich habe mich immer gefragt wie er wäre, wenn er in einer großen Stadt aufgewachsen wäre. Weil Jeff nie die Gelegenheit hatte Leute aus der Alternative-Kultur zu treffen, musste er sich seine eigene schaffen. Er hatte nie die Möglichkeit Punk Rocker oder Künstler oder andere komische Kauze zu treffen. Er ist vollkommen selbstgemacht, was ihn in meinen Augen cooler als cool macht.

Jedem weiß, dass Jeff sehr versessen darauf ist, Musik zu machen, aber genauso weit oben auf seiner Interessenliste steht das Graben. Wenn Fans zu mir kommen, in Restaurants oder bei Wal-Mart, fragen sie mich oft nach den anderen Mitgliedern vom Team Xtreme. Sie fragen: "Wo ist Jeff?" Und ich gebe stets die gleiche Antwort: "Er gräbt Löcher und macht sie wieder zu." Die Leute gucken mich oft an, als ob ich verrückt wäre, aber das ist nun mal die verdammte Wahrheit. Es gibt wirklich nichts, was Jeff lieber macht als Dreck durch die Landschaft zu schieben und lebensgroße Ameisenhügel aufzuschütten und solche Sachen. Es gibt keinen besonderen Grund dafür. Jeff sitzt einfach in seinem Trailer und ganz plötzlich sagt er: "Mann, es wäre cool, wenn dort ein paar Hügel vorne und einige Tunnel hinten wären." Danach steht er auf, geht durch die Vordertür und fängt an Hügel und Tunnel zu graben.

Ich erinnere mich noch daran, als Matt mir zum ersten Mal erzählte, dass Jeff sich einen Rotluchs (Bobcat) gekauft hat. Nun ja, Jeff ist ein großer Tierliebhaber, er hat alle möglichen Haustiere, ein Boxer, ein Präriehund sowie ein Süd-Amerikanischer Waschbär, aber ein Rotluchs erschien mir ziemlich übertrieben.

"Hat er?" fragte ich. "Wie teuer war er?"
"Sie kosten ca. 20.000," sagte Matt. "Aber ich denke Jeff wird einen guten Deal
gemacht haben."
"Wow," antwortete ich. "Wo wird er ihn verwahren?"
"Wahrscheinlich einfach bei seinem Haus."
"Und wenn er nicht in der Stadt ist?"
"Mein Dad mag ihn, ich denke er wird ein Auge drauf haben."
"Muss er ihn wegschließen?"
"Nein, er wird ihn wahrscheinlich einfach hinten in den Schuppen tun."
"Aber wird er nicht wegrennen?"
"Wer?"
"Der Rotluchs, wird er nicht wegrennen?"
Matt sah mich an, als ob ich verrückt wäre. "Ein Rotluchs ist ein Trecker, kein Tier!"
Ehrlich gesagt hatte ich geglaubt, dass Jeff sich einen wirklichen wilden Rotluchs zulegen würde. In Jeff Hardy's Welt hätte es ja absoluten Sinn gemacht. Es würde mich absolut nicht überraschen, wenn er sagen würde: "Ich kaufe mir einen Puma, um ihn in meinem Garten zu halten."

So sehr ich Jeff auch liebe, aber wenn es um Angelegenheiten des Businesses geht, kann er wirklich sehr lästig sein. Es ist schon sehr häufig dokumentiert, aber Jeff ist gewohnheitsmäßig unpünktlich. Ich spreche nicht von zehn Minuten oder auch einer halben Stunde. Es kann alles von sechs Stunden bis hin zu einem ganzen Tag sein.

Als Team Xtreme zusammen reiste sorgten Matt und ich dafür, dass Jeff von Ort zu Ort kam. Bevor wir zu Bett gingen riefen wir Jeff noch in seinem Hotelzimmer an und sagten: "Wir treffen uns um 7:00 Uhr in der Lobby." "Okay. Kein Problem." Wir riefen ihn um 6.30 Uhr an - "Bist Du wach?" "Okay, ich bin auf." Wir riefen ihn um 6.45 Uhr wieder an, nur um sicher zu gehen - "Bist Du fertig?" "Okay, ich packe gerade meine Sachen zusammen." Wir riefen ihn um 6.55 Uhr an um ihm zu sagen, dass wir nach unten gehen, aber dieses Mal ging er nicht ans Telefon. Wir riefen auf seinem Handy an, aber auch dort keine Antwort. Wir riefen wieder und wieder an, bis er endlich ran ging. "Wir sind im Auto und warten auf Dich." "Okay... ich bin gleich unten." Zu dem Zeitpunkt war es schon 7.30 Uhr und Jeff kam runter, er packte seine Sachen in den Kofferraum, kletterte auf den Rücksitz, so als ob es erst 7.01 Uhr wäre. Er sagte nie: "Sorry, ich habe verschlafen," oder "Danke fürs Warten." Nichts.

Jeff kann unglaublich verantwortungslos sein, aber das ist wohl einfach die negative Seite seines Freigeistes. Wir werden immer verbunden sein, aber im letzten Jahr ist Jeff ziemlich distanziert geworden. Er neigt dazu sich selbst zu isolieren, und somit verbringen wir nicht mehr soviel Zeit miteinander wie früher. Es ist scheinbar wirklich so, dass Jeff mittlerweile mit niemandem mehr sehr viel Zeit verbringt.



Buch-Information
Autor: Amy "Lita" Dumas und Michael Krugman
Erscheinungsdatum: 30. September 2003
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe
WWE Books (320 Seiten)
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Copyright (c) 2003 Amy Dumas & World Wrestling Entertainment, Inc.
Übersetzung: Oktober 2003 Gillimaus & German Hardy Boyz Fanteam
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